Ankommen in Südfrankreich

Shownotes

Wir starten unsere neue Staffel aus Südfrankreich — genauer gesagt aus der Gegend rund um Quillan, am Fuß der Pyrenäen.

Nach einem Jahr unterwegs durch Europa haben wir den Koffer abgestellt. Erst in Quillan, dann ein paar Dörfer weiter in einem kleinen Weiler bei Antugnac. Um uns herum: Hügel, Wälder, Wiesen, alte Steinhäuser, ein Pferd, ein Esel, ein Hund — und ziemlich viel Stille.

Wir sprechen darüber, wie es sich anfühlt, nach der großen Reise nicht weiterzufahren, sondern zu bleiben. Und natürlich geht es um Geschmack:

  • Blanquette aus Limoux
  • Baguette-Automaten in kleinen Dörfern
  • Ziegenkäse, Honig, Forelle und Geflügel aus der Region
  • Austern und französische Esskultur
  • erste Lieblingsorte und kleine Entdeckungen

Die große Frage dieser neuen Staffel:

Wie schmeckt Freiheit, wenn man nicht mehr weiterreist — sondern ankommt?

Unser Nachschlag:

Wenn Du mit uns weiter durch Südfrankreich reisen möchtest, abonniere unseren Travel&Taste-Nachschlag. Dort sammeln wir unsere schönsten Entdeckungen: besondere Orte, gute Adressen, Genussmomente und Gedanken, die es nicht immer in die Folge schaffen.

Nachschlag, Buch und mehr: www.travelandtaste.world

Mehr über Annas Arbeit als Storymacherin: www.storymacherin.de

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Transkript anzeigen

00:00:03: Hallo zusammen zu einer neuen Folge von Travel & Taste.

00:00:07: So schmeckt die Freiheit im Südfrankreich!

00:00:09: Ich bin Anna

00:00:11: und ich bin Patrick Herrminger

00:00:12: Und zusammen mit unseren Kindern sind wir ein Jahr lang durch Europa gereist, immer auf der Suche nach dem guten Geschmack, nach besonderen Orten und immer mit der Frage wie wir eigentlich leben wollen.

00:00:23: Und diese Folge ist für uns eine ganz besondere Denn sie isst her.

00:00:27: Auftakt zu unserer neuen Staffel Travel&Taste.

00:00:30: So schmeckt Freiheit in Südfrankreich.

00:00:34: Wir erzählen euch, wo wir nach der großen Reise genau gelandet sind und was passiert wenn man nicht mehr weiterfährt sondern bleibt?

00:00:42: Außerdem nehmen wir euch mit zu unseren ersten Entdeckungen in SüDfrank Reich!

00:00:46: Zu einem Getränk das für uns fast besser schmeckt als Champagner...

00:00:50: ...zu einem Baguetteautomaten, der uns überrascht hat…

00:00:53: Und zu den kleinen Momenten, in denen wir merken vielleicht sind wir hier gerade genau richtig.

00:00:59: Viel Spaß und Sontee!

00:01:07: Hört ihr das?

00:01:10: Also ich höre jetzt gar nichts.

00:01:12: Stille, Vögel zwitschern vielleicht so den Esel auf der Wiese... Patrick wir sind angekommen!

00:01:18: Ja nach einem Jahr auf Reisen sind wir angekommen haben das Buch geschrieben

00:01:24: im Frankfurter Westen Verlag.

00:01:26: dort ist es erschienen genau und ja haben unseren Koffer erst mal.

00:01:31: Wir hatten ja am Schluss auch von diesem dauernden Ein- und Auspacken nach Sechzigunterkünften so ein bisschen die Nase voll an.

00:01:38: Das ging irgendwie nicht so weiter, wir wollten den Koffer abstellen und sind jetzt hier am Fuß der Pyrenäen gelandet.

00:01:45: Erst waren wir in Chillon.

00:01:47: das war auch so'n Ort von dem ich vorher noch nie gehört hatte?

00:01:50: Nee aber sofort grundsympathisch.

00:01:53: zweieinhalb Tausend Einwohner Ich glaube siebzehn Restaurants und zwei Mal die Woche Markt mit den frischen Produkten aus der Region.

00:01:59: Genau, das passt zu uns dachten wir.

00:02:02: und jetzt sind wir aber ein paar Dörfer weitergezogen in einen kleinen Weiler bei Antoniak.

00:02:08: Und hier gibt es eigentlich nichts ne Patrick außer so ein paar alten Steinhäusern aus dem sechzehn Jahrhundert.

00:02:13: Ein Pferd, ein Esel und so ein lieber gemütlicher Hund.

00:02:17: Ja man muss sagen Antoniack ist ein Dorf mit vielleicht hundertfünfzig Einwohnern und der kleine Weiler, in dem wir leben ist sozusagen ein Vorort zu diesem Dorf.

00:02:29: Wir haben mit unserer Ankunft hier zu fünf die Einwohnerzahl gleich mal um ein Drittel nach oben katapultiert.

00:02:35: Genau!

00:02:36: Und seitdem sind wir in der absoluten Stille weil hier ist nichts.

00:02:39: Hier sind nur Wälder, Wiesen, Hügel, ein paar Weinreben eine riesige Eiche auf die wir gerade schauen.

00:02:47: Hier ist nichts... ...und das es total wohl wohnt

00:02:50: Ja, also wirklich gar nichts zu hören wenn man raustritt.

00:02:54: Morgens so, wenn es der mal rausdreht mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand und die Stille ist ein Geräusch heißt das doch so schön, aber auch die Stilde muss sich erstmal gewöhnen.

00:03:05: Die Stille kann manchmal sehr laut sein weil die eigenen Gedanken dann so laut werden, wenn nichts da ist was sie ablenkt.

00:03:12: Kion war ja auch ein kleines Dorf in dem wir gewohnt haben aber unter das Unterhalb des Hausesfloss die Oat der Fluss, der war besonders im Winter als es sehr viel geregt und hat sehr laut.

00:03:21: Wir hatten auch ein bisschen Verkehr nicht viel Aber im Vergleich zu hier War's rückblickend Sehr

00:03:28: laut!

00:03:29: Und hier ist es leise.

00:03:30: Ich würde vorschlagen wir müssen jetzt erstmal anstoßen Anstoßen mit euch auf unser Buch Auf eure vielen Fragen die uns erreicht haben Und natürlich auch darauf, dass ihr von uns noch mal einen Nachschlag bekommt.

00:03:43: Genau ein kleines Geschenk sozusagen!

00:03:45: Wir haben zwölf Orte aus Europa zusammengetragen die nicht jeder kennt, die uns berührt überrascht oder einfach wahnsinnig glücklich gemacht haben und haben sie zusammengeschrieben.

00:03:58: Alles Plätze wo man super essen kann?

00:03:59: Genau

00:04:00: die zum Teil in keinem Reiseführer stehen.

00:04:03: Da könnt ihr einfach auf unsere Seite gehen, travelandtaste.world.

00:04:06: Ganz oben gibt es einen Button da steht ein Nachschlag holen und da tragt ihr eure Mail-Adresse an.

00:04:11: dann kriegt ihr den sofort per Mail in euer Postfach.

00:04:15: Und jetzt lasst die Korken knallen mein Lieber!

00:04:18: Auf Frankreich!

00:04:19: Sontee will ich

00:04:20: sagen!

00:04:22: Knallen lässt man ja nicht!

00:04:24: Man lässt sanft die Luft entweichen, ich weiß

00:04:26: Genau.

00:04:27: Ich weiß nicht woher der Spruch kommt.

00:04:29: Ich glaube, du hast ihn schon mal im

00:04:31: Parkplatz ... Ich hab ihn glaub ich schon mal gebracht.

00:04:35: Ein Damenviertchen?

00:04:37: Ja, er sagt es bereits.

00:04:39: Ihr könnt das jetzt in irgendeiner der Folgen nachhören.

00:04:42: Genau!

00:04:45: Perfekt... Das war nicht ich, das war die Flasche.

00:04:49: Also Anna, reich mal dein Glas.

00:04:51: Wir stoßen an mit einem Blancuette de Limous.

00:04:56: Habt ihr noch nie von gehört?

00:04:57: Macht next gegen uns bis vor Kurzem ganz genauso.

00:05:02: Ich dachte erst Heiligonbildung.

00:05:05: Was

00:05:06: ist das denn?

00:05:07: Das ist irgendein lokaler...

00:05:09: Schlechter Weißwein!

00:05:11: Das schlechter Schaumwein hat mich am Anfang auch ein bisschen in die Richtung gebracht, dass der sehr oft relativ süß abgefüllt wird und mit süßen Beinen kannst du uns ja jagen gleich mehr.

00:05:24: Da klingt irgendwie doof.

00:05:25: Kannst mal mehr im Stil unten.

00:05:27: Ja jetzt kriege ich noch Tipps wie ich richtig anstoße zum Wohl mein lieber.

00:05:30: Sontee.

00:05:32: Na ja egal Weil im Blancette du Limous gilt als der älteste Schaumwand in der Welt.

00:05:44: Fünfzehnhundertdreißig sollen die Mönche hier in Limou das zufällig entdeckt haben, also damals war es halt so man füllte den Wein nach der Gehrung im Herbst in Flaschen und wenn der noch nicht ganz durchgegoren war dann fing er halt im Frühjahr wenn's warm wurde erneut anzugeheren und Hubella Kohlensäure entsteht bei der Gärung und ein Schaumwein entstand.

00:06:06: Jetzt mal ganz grob und vereinfacht ein bisschen gesagt, aber so war das!

00:06:10: Und nun sagen hier die Winzer aus der Gegend, ja sogar Dom Perignon, der berühmte Champagner-Winzer soll bei einer Wallfahrt...

00:06:20: Ich unterbreche kurz.

00:06:20: nicht der beruhmte Champagnar-Winser sondern den berühmtem Champagnamönch

00:06:24: Natürlich, der Berühmtes Champagnia Mönch Vielen Dank hat eine Wallfahrt gemacht hier in die Abteil Saint-Hilaire, in Limous und soll dabei dieses Geheimnis der Schaumweinherstellung zum ersten Mal gesehen und mitgenommen haben in die Champagne.

00:06:39: Das sieht die Champagner nun naturgemäß anders.

00:06:43: oder wie ein Winzer neulich zu uns meinte, die haben auch ein bisschen die bessere PR-Abteilung?

00:06:48: Im Prinzip ist ja wurscht wer es erfunden

00:06:50: hat auf jeden Fall.

00:06:51: Aber dieses Stöpfchen hier ist älter als Champagner selbst und es schmeckt genauso gut!

00:06:56: Genau also... Ja, es schmeckt schon genauso gut.

00:07:00: Es sind andere Rebsorten drin also eine Rebsorte von der ich bis vor kurzem noch nie etwas gehört hatte ihr wahrscheinlich auch nicht Mosak.

00:07:10: Mosak ist im Blanquette de Limout zu mindestens neunzig Prozent drin.

00:07:13: in dem ist noch ein kleines bisschen Chanel Blanc mit drin.

00:07:18: Im Champagner sind ja klassischerweise Pinot Noir Chardonnay und Pinot Mignier.

00:07:23: Aber die Leute sind natürlich mega stolz hier auch darauf und man zahlt für so ein Fläschchen auch nicht so viel wie von Champagner.

00:07:31: Nee, also das ist jetzt ein kleines Weingut Dellmah.

00:07:34: Die kommen hier aus Sitzend in Antoniak.

00:07:36: Könnten wir sogar zu Fuß hinlaufen wenn wir Samstagabend merken?

00:07:39: Wir haben nichts mehr im Keller!

00:07:41: Die Flasche hat uns jetzt gekostet soweit ich weiß... ...vierzehn

00:07:44: Euro.

00:07:45: Vierzehnt Euro für einen fantastischen Schaumbewein der wie ein Champagner schmeckt.

00:07:50: Ach, den genießen wir jetzt und senieren ein wenig Patrick.

00:07:54: Wie ist das für uns jetzt angekommen zu sein?

00:07:57: Sind wir überhaupt schon angekommen?

00:08:00: Hm!

00:08:00: Oh, jetzt steigen wir ganz tief

00:08:01: an... Jetzt steigen mir ganz tief ein.

00:08:02: Also was ist überhaupt ankommen?

00:08:04: Ankommen ist einmal so der rein physische Teil.

00:08:07: Das Auto ist ausgeladen und bleibt ausgeladene.

00:08:11: Dann ist Ankommen sowas wie bekannt oder Freundschaften schließen was so langsam geschieht und dann ist ankommen.

00:08:21: aber auch das sind so die kleinen Begebenheiten.

00:08:24: man kommt ins café und Die bedienung fragt irgendwann kommt ab kurzform hier unten für komm dabby tüt, was so viel heißt.

00:08:32: wie immer

00:08:32: ja

00:08:33: Man kommt auf den markt Mal ein bisschen später als sonst und der gemüsehändler lächelt einen an und sagt ihr seid aber spät heute.

00:08:40: also viel habe ich gerade nicht mehr.

00:08:42: dass all das is Ankommen.

00:08:45: Ja, es sind diese kleinen Begegnungen wieder die wir jetzt natürlich auch vertiefen können.

00:08:49: vor sind wir immer nach drei vier Wochen zwei drei Wochen wieder weg reißt und hatten gar nicht so die Zeit da noch tiefer zu gehen noch weiter einzusteigen.

00:09:00: ja das ist ja auch noch was anderes.

00:09:02: wenn uns sonst irgendwo auf der Reise irgendwas nicht getaugt hat nicht gepasst hat konnte man so ein bisschen sagen naja egal wir fahren ja eh bald weiter.

00:09:10: Jetzt wenn man sich dazu entschließt an einem Ort zu bleiben, dann darf man da durchgehen.

00:09:17: Absolut!

00:09:20: Ja und man darf all diese kleinen Orte eben auch kennenlernen und erlebt auch immer wieder Überraschungen.

00:09:26: Es gibt ein wunderschönes Café in Chillon das Café Colibri dass Michel macht.

00:09:32: Michel ist auch ein Deutscher der seit vierzig Jahren hier in der Gegend ist Mit dem uns jetzt auch ein bisschen angefreundet haben.

00:09:38: Er sagt, wenn er uns sieht ... Hallo ihr Lieben!

00:09:41: Und es ist einfach so schön, wenn jemand fragt wie immer genau?

00:09:45: Wie wollt ihr einen Kaffee?

00:09:46: und ich sag dann ja heißt das eigentlich oder ühen Kaffeenoisett?

00:09:50: Ich frage es mich immer.

00:09:52: Es ist ein Kaffe aber ühen Noisett.

00:09:54: Ah oui deswegen meine Verwirrung.

00:09:57: also ühen noisett Das macht einfach Spaß.

00:10:00: Ich mache ja auch nen Sprachkurs hier.

00:10:03: Die Gegend ist hier von Engländern auch.

00:10:06: Ich wollte die Sache heimgesucht worden, aber es sind ja sehr viele Engländer hier, die ihren Alterswohnsitz haben

00:10:13: und ... Was für die Gegend muss man sagen eigentlich ein Segen

00:10:16: ist?

00:10:16: Genau weil sie die verfallenen Häuser auch wieder renovieren.

00:10:19: Ja, die

00:10:19: Einwohnerzahl von Kionn war stetig auf dem absteigenden Ast Und die Englender haben das so ein bisschen umgedreht den Trend sind zum Teil sehr engagiert und bringen auch einfach

00:10:32: Geld in die Region.

00:10:33: Ja, frischen Wind!

00:10:34: Und mit denen sitze ich in meinem Sprachkurs – sie haben so einen herrlichen Akzent, so ein herrlich englischer Akzent im Französischen – und niemand weiß dann woher ich komme mit meinem harten deutschen Akzent?

00:10:43: Das macht so spaß diese ganzen Menschen einfach kennen zu lernen.

00:10:47: Da sind Künstler dabei, da sind Musiker dabei, auch Literaten….

00:10:51: das ist wahnsinnig... Spannend, wer hier in der Gegend alles lebt.

00:10:56: Es ist interessanterweise eine Gegend die sehr viel kreative und impositiven sind auch ein bisschen durchgeschallerte Menschen anzieht.

00:11:03: es ist einer der am ältesten besiedelten Kulturräume der ganzen Welt und es gilt... In Frankreich gibt das so eine Einstufung der Regionen.

00:11:11: wir sind in einer Region die ist hyperrural also hyperländlich sozusagen.

00:11:15: Hier is nicht viel was aber dafür sorgt dass die Leute frustriert sind, sondern man macht sich's

00:11:23: schön.

00:11:24: Gerade jetzt im Frühjahr beginnt es wieder, dass jedes Wochenende irgendein Dorf irgendwas feiert.

00:11:29: Irgendeine

00:11:30: Fett gibt's immer hier!

00:11:31: Es gibt die fette Champignons im Herbst, es gibt die fette Pommes wenn sie epfelreif sind... Es gibt immer irgendetwas zu feiern.

00:11:38: das hat auch oft was mit Kulinarik zu tun.

00:11:40: Auf jeden Fall also december januar februar da ist wirklich nix

00:11:45: Totehose?

00:11:46: Das

00:11:46: ist absolut tote Hose.

00:11:47: Es ist kalt, es is ödelig.

00:11:49: Du willst nicht vor die Tür und drin bleiben willst du ja auch nicht weil's drin auch ein bisschen kalt ist Weil kein Mensch hier eine ordentliche Heizung hat.

00:11:55: Aber jetzt geht das wieder los.

00:11:57: Wir haben ganz interessant in Chillon Gibt bis Jahr zweimal die Woche Markt.

00:12:01: Mittwochs und Samstags.

00:12:03: Samst tags war der Markt auch im Winter relativ groß.

00:12:06: Mittwochs War im Winter wenn´s richtig hart auf hart kam waren zwei Stände da.

00:12:12: Jetzt wenn´t´s warm wird Man merkt so richtig, wie die Kurve der Stände nach oben zeigt und man auch Mittwochs wieder ordentlich einkaufen kann.

00:12:20: Lass uns über die Kulinarik reden!

00:12:22: Patrick, wie schmeckt die Gegend hier?

00:12:25: Die Gegend schmeckt sehr abwechslungsreich weil wir sind in einer geografischen Gegend, wie sie überall auf der Welt spannend sind.

00:12:33: Wir sind am Schnittpunkt von Meer und Berg

00:12:36: Mittelmeer und Pyrenäen

00:12:37: Genau.

00:12:37: also wir fahren eine gute Stunde dann sind wir am Mittelmeere

00:12:40: In Perpignon

00:12:41: Genau.

00:12:42: Und fahren ungefähr forty-fünf Minuten, dann sind wir auf eighteenhundert Metern Höhe in den Pyrenäen und das bringt per se sehr viel Abwechslung mit sich weil wir zum einen das Meer haben, dass Mittelmeer indem es nur so wimmelt von Austern zum Beispiel wenn man zu uns kommt so in das

00:13:00: Vorland

00:13:01: der Pyrenän gibt es was Fleisch angeht vor allem Ziege und Schaf

00:13:09: Und dementsprechend Ziegenkäse und Schafskäse, herrlich.

00:13:11: Ganz genau!

00:13:12: Und wovon ich total überrascht war als ich zum ersten Mal bei unserem Dorf Metzger war

00:13:16: geflügelt.

00:13:17: Es war so ein Dienstagmorgen also ein ganz normaler Wochentag und in der Kühltheke findest du Wachteln Tauben Perlhühner

00:13:28: Hühner

00:13:30: an Weihnachten Kapauen.

00:13:31: Ja mussten wir erstmal nachgucken was das überhaupt ist.

00:13:36: Was war es jetzt noch mal?

00:13:37: Kastriert der Hahn.

00:13:39: Einmal haben wir so ein ganzes, so einen ganzen Hahn bestellt.

00:13:47: Ein Oschi vor dem Herrn!

00:13:48: Und was ich so wahnsinnig interessant finde gerade Thema knows to tail und so.

00:13:53: Also man ist das Tier von vorne bis hinten.

00:13:55: Wir haben alles mitbekommen.

00:13:56: Also er fragte dann Kopf und Füße, wollte die auch mit haben?

00:13:59: Und die ganze Innereien.

00:14:00: Ich sagte erstmal fleißig Ja!

00:14:02: Und hab daheim erst mal gegoogelt was ich damit überhaupt mache.

00:14:05: Ich habe aus den Füßen und dem Kopf mit ein bisschen Gemüse einen Pfong gemacht.

00:14:10: Die Innerein kamen am nächsten Tag in einem Schmarrgericht was ich da mitgemacht habe Das Hunde hat man natürlich so gegessen... ...die Karkasse am Schluss nochmal ausgekocht und wieder eine Brühe daraus gemacht.

00:14:21: also das ist hier ganz normal dass du bei Metzger diese Tiere komplett.

00:14:27: Und auf der Vitrine steht auch drauf, dieses Tier stammt von dem und den Bauern.

00:14:31: Genau!

00:14:31: Das steht da immer, das finde ich total lustig.

00:14:34: Natürlich gibt es auch Vieh für die Vegetarier unter uns.

00:14:37: Ziegenkäse haben wir eben schon gesagt.

00:14:39: Die Pyramid ist so ein Aschekäse, das ist köstlich.

00:14:43: Es gibt wunderbaren Honig natürlich hier in der Gegend

00:14:48: Jetzt im Frühjahr gerade Grünersparkel, vor allem weißer ist selten.

00:14:53: Und Artischocken rauf und runter.

00:14:58: Köstlich!

00:14:58: Und Forelle aus den Bergen, die dann auch noch lebt wenn man sie kauft.

00:15:03: Die schwimmt in so Becken bei Markmann... In dem Moment nicht mehr.

00:15:06: Aber du sagst halt ich hätte gerne Forelle und da geht er an sein Becken und holt ein Tier raus?

00:15:11: Fragt das da und wenn Du ja sagst kommt der Holzknüppel zum Einsatz.

00:15:14: Außen musst du zu Hause auch selber.

00:15:16: Also das ist hier etwas anders als in Deutschland?

00:15:19: Ja und

00:15:19: man muss noch sagen, hier ist jetzt nicht so viel Reif aber die spanische Grenze ist nicht weit.

00:15:26: Stimmt!

00:15:26: Wir haben den ganzen Winter fantastische Orangen gegessen.

00:15:29: Genau und jetzt geht es hier schon los mit Paprika zu Chini Tomaten, die kommen nicht aus der Gegend, sie kommen wie gesagt von jenseits der Grenze aber wirklich direkt von jensseits der Grenzen.

00:15:39: also die haben nicht wie in Deutschland dann fünf tausend Kilometer auf dem Buckel bis sie da sind und an nichts schmecken sondern... Die haben vier, fünf Stunden Fahrt und das merkt man.

00:15:48: Und

00:15:48: schmeckt nach was?

00:15:49: Also

00:15:49: die Zuhini sind schon jetzt richtig lecker hier.

00:15:52: Lass uns über das Thema Austern sprechen!

00:15:54: Die Franzosen sind nämlich die größten Esser- und Vertilger von Austern, Patrick.

00:16:00: Ja und da geben wir uns große Mühe zu Franzosisieren.

00:16:04: Wir haben immer schon gern Austern gegessen und hier kriegt man zwölf Stück für acht Euro auf dem Markt so in der Art Ja, und ich hab nämlich gelesen bei so einem ganz tollen Buch.

00:16:14: Das kann ich euch auch nur empfehlen Nadja Pantel.

00:16:16: Das Buch heißt das Camembert-Diagramm, dass die Franzosen jedes Jahr einhunderttausend Tonnen austern!

00:16:23: Essen.

00:16:23: Jedes Jahr!

00:16:24: Jetzt

00:16:24: müsste man mal ausrechnen, wie viele Austern sind in einer Tonne und wie viele Franzosen im Austern essfähigen Alter gibt es überhaupt?

00:16:32: Also wie viel Austern verspeist der Franzose an sich im Schnitt?

00:16:35: Genau am Tag?

00:16:36: aber von diesen einhunderttausend Tonnen werden allein siebzig tausend in der Woche um Weihnachten herum verspeißt.

00:16:42: das ist doch irre.

00:16:43: Ja

00:16:43: ich werde nie vergessen wir werden in der Weihnachtswoche auf dem Markt waren.

00:16:46: Und der Austernstand der sonst so drei vier Körbe dabei hat Der war zugebaut mit Tüten, in denen die Bestellungen der Leute wartet darauf warteten abgeholt zu werden.

00:16:57: Also Wahnsinn!

00:16:59: Das ist echt irre und Ausdacht ja in Deutschland auch immer so was luxuriöses an sich.

00:17:03: Und hier war die Auster früher an den Küsten ein.

00:17:06: arme Leute essen Da haben sich die Menschen hingesetzt und Austern geknackt.

00:17:10: In Paris war es natürlich etwas luxuriöser die Austern zu bekommen.

00:17:13: das konnten sich dann nur adeleisten oder die reichen

00:17:16: Und daher kommt das, dass das so als ... Luxusgut

00:17:18: auch an.

00:17:19: Aber mit dem Ausbau der Eisenbahn wird es dann möglich, Austern im ganzen Land zu verteilen und die Franzosen essen so viel wie keine anderen Nationen.

00:17:28: Von hier aus ist eine Stunde ans Meer und die Mittelmeer-Austern sind richtig gut!

00:17:32: Ja, du kriegst Austern überall in jedem Supermarkt.

00:17:36: In jedem Supermark gibt's Austern.

00:17:38: Dazu eben einen schönen Blanchett, Patrick?

00:17:42: Sonté noch mal.

00:17:43: Das passt fantastisch, da braucht man kein Champagner.

00:17:48: Lustigerweise haben wir uns ja auch am Anfang immer gewundert, weil in manchen sind ja auch viele Dörfer auch verlassen oder es wohnen nicht mehr so viele Menschen hier.

00:17:58: Wir haben uns gewundert!

00:17:59: Es gibt hier Baguetteautomaten.

00:18:02: Ja bei gerade in einem Dorf wie Antoniak Wo jetzt, ich weiß nicht, hunderthundertfünfzig Leute leben.

00:18:07: Da lohnt es sich für einen Bäcker nicht mehr!

00:18:09: Genau.

00:18:09: aber wir haben immer gedacht.

00:18:10: das kann ja nicht wahr sein.

00:18:11: also die Franzosen essen so gutes Essen.

00:18:13: Das Essen ist hier ja so wichtig.

00:18:15: Jeder Franzose setzt sich mittags hin und ist zwei Stunden ein Menü.

00:18:18: Das isst hier so.

00:18:19: Ein Beispiel dass das wunderbar illustriert in Chillon Die Dorftankstelle schließt.

00:18:25: Von zwölf Uhr dreißig bis dreizehnunddreißig hat die Dorftangstelle geschlossen Damit die Mechaniker und die Empfangsfrau hinter dem Dresen Essen gehen können.

00:18:35: In Ruhe, ihr Menü essen!

00:18:36: Das ist auch nicht nur eine Speise?

00:18:38: Nein, Vorspeise, Hauptspeise, Dessert – so ist das hier.

00:18:42: Genau und da kann

00:18:43: man noch erwähnen was auch ganz interessant ist dass man in den exklusivsten Restaurants zum Mittagszeit ein preislich sehr bezahlbares Menü bekommt.

00:18:55: abends kann das Achtzig Neunzig und die Hundert Euro knacken.

00:18:59: mittags kannst du zu zweit für Fünfzig Euro Zum Teil hervorragend essen?

00:19:04: Wunderbar essen oder auch noch günstiger.

00:19:07: Die Franzosen, wenn sie Picnic machen, legen sich eine schöne Picnic-Decke hin und haben den Wein dabei... Nein!

00:19:12: Die legen sich doch keine Picnic

00:19:13: Decke hin.

00:19:14: Nein, die haben eine Tischdecke.

00:19:14: Die haben ein Tisch dabei der wird aufgeklappt, da werden Stühle aufgebaut, eine Tischdecke kommt drauf und erst mal die Weingläser drauf.

00:19:22: Sehr wierte Unweingläse.

00:19:24: das ist wichtig.

00:19:24: also nur das nochmal als background.

00:19:26: deswegen wunderten wir uns dass wir Brotautomaten sehen dass wir dachten hey was ist das denn hier Brotautomat, was sollen das sein?

00:19:35: Es wirkt ja nichts billiger als sich das Baguette aus dem Automaten zu ziehen und seelenloser.

00:19:41: Und weil wird es uns so ein bisschen erschüttert hat.

00:19:42: haben wir's einfach mal ausprobiert!

00:19:44: Vor einer Woche.

00:19:45: hört mal rein... Wir sind nämlich jetzt vom Baguett-Automat und er wirft jetzt eine unserer Kinder mit einem kleinen Schlitzgeld.

00:20:06: Da ist das Baguet.

00:20:10: Das Ganze hat auch noch ne Geschichte Patrick mit den Brot-Automaten

00:20:14: Genau.

00:20:14: Und zwar war es ein Bäcker, ich meine nämlich richtig zu erinnern im Elsass der Problem mit dadurch bekommen hat dass die Supermärkte auch alle Brot anbieten und einfach viel länger auf haben können als er und die Leute ihr Brot deswegen im Supermarkt gekauft haben.

00:20:29: oder dachte eher sich Moment!

00:20:31: Ich backe einfach ein paar Baguettes mehr, stellen mir so einen Automat vor die Tür schiebt die Baguette hinten rein.

00:20:36: Die Leute können vorne etwas Geld reinschmeißen und sichtige Baguets

00:20:39: rausziehen.

00:20:40: Also sind das auch frisch gebackene Baguettes von einem Bäcker, der sie einfach dahin liefert.

00:20:45: und für die alten Leute hat es ja auch den entscheidenden Vorteil dass sie nicht mehr weg müssen.

00:20:49: Sie gehen einfach morgens sich ihr Baguette aus dem Automaten ziehen.

00:20:52: Klingt jetzt nicht so schön wie in einen kleinen Laden zu gehen aber sie müssen halt nicht fahren und sie müssen auch nicht das schlechte Baguett aus dem Supermarkt essen.

00:21:00: Wir dachten ja auch das ist nichts was da rauskommt Aber das war lecker.

00:21:02: also die Kinder haben die ersten beiden Baguets sofort verputzt.

00:21:06: Sofort verputz und waren dann satt und zufrieden?

00:21:08: Das ist auch Frankreich, Menschen zwischen Brothautomate und Auster auf dem Markt.

00:21:15: Ja ganz genau!

00:21:16: Herrlich.

00:21:17: also wir finden das herrlich.

00:21:18: und wenn ihr Lust habt mit uns Südfrankreich zu erleben dann abonniert unseren Travel & Taste Newsletter.

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00:21:36: aufs.

00:21:36: Ja!

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00:21:57: Wir freuen uns über Rezensionen, ja schreibt auf Amazon wie euch das Buch gefallen hat!

00:22:02: Das hilft uns weiter und auch unserem Buch

00:22:04: Genau.

00:22:05: ich sage jetzt noch Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Treven & Taste.

00:22:11: So

00:22:11: schmeckt die Freiheit

00:22:12: in

00:22:13: Südfrankreich!

00:22:15: Au revoir.

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